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100 Jahre Villa Koerner in Chemnitz

19. September 2014
Johan­nes Eichen­thal am 19. Sep­tem­ber 2014

100 Jahre Villa Körner in Chemnitz

Im Jahre 1914 lie­ßen der Chem­nit­zer Fabri­kant Dr. Theo­dor Koer­ner und seine Frau nach Ent­wurf und Pla­nung des zu die­ser Zeit als Direk­tor der Hoch­schule für Bil­dende Kunst amtie­ren­den Archi­tek­ten und Künst­lers Henry van de Velde, an der Chem­nit­zer Bey­er­straße, ein zeit­ge­mä­ßes Wohn­haus bauen. Zu Ehren von Bau­her­ren und Archi­tek­ten hat­ten die heu­ti­gen Besit­zer des Gebäu­des Olaf Pfei­fer (Giga­ron Pro­jekt­ent­wick­lung und Gene­ral­über­neh­mer GmbH) und Jens Held (Göken, Pollak und Part­ner Treu­hand­ge­sell­schaft mbH) zu einer Fest­ver­an­stal­tung ein­ge­la­den.

Jens Held begrüßte um 10.15 Uhr die zahl­rei­chen Gäste, dar­un­ter die Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Chem­nitz, Petra Wes­se­ler, und den Archi­tek­ten Peter Apfel, der 1999 hin­ter dem ver­bau­ten und stark beschä­dig­ten Gebäude den »ech­ten van de Velde« erkannte, das Gebäude 2001 erwarb und die Sanie­rung in die Wege leitete.

Die Chem­nit­zer Bür­ger­meis­te­rin Petra Wes­se­ler hob her­vor, dass Henry van de Velde ein Impuls­ge­ber gan­zer Künst­ler– und Archi­tek­ten­ge­ne­ra­tio­nen gewe­sen sei, ein Vor­den­ker des Bau­hau­ses. In einem Zitat ließ sie van de Velde selbst zu Wort kom­men, der den Ein­fluss der Roman­tik auf sein Werk betonte. Gerade die Ver­bin­dung, so die Bür­ger­meis­te­rin, von Jugend­stil und Neuer Sach­lich­keit, ver­leihe dem Werk van de Vel­des dau­er­hafte Ele­ganz und Klar­heit.
Im ver­gan­ge­nen Jahr habe man auch in Chem­nitz dem 150. Geburts­tag Henry van de Vel­des gedacht. Die Ver­an­stal­tun­gen hät­ten in der eben­falls von Henry van de Velde ent­wor­fe­nen und geplan­ten Villa Esche statt­ge­fun­den. Zusam­men mit dem heute nicht mehr exis­tie­ren­den Ten­nis­klub könne man in Chem­nitz auf drei Bau­werke des gro­ßen bel­gi­schen Archi­tek­ten und Künst­lers ver­wei­sen. Die Villa Koer­ner sei ein Bau­werk von natio­na­lem und euro­päi­schem Rang.
Die gelun­gene Sanie­rung und Nut­zung des Gebäu­des sei eine bemer­kens­werte Leis­tung der Eigen­tü­mer des Gebäu­des. Es gäbe keine bes­se­ren Denk­mal­schüt­zer als Eigen­tü­mer, die sich des Wer­tes eines Denk­mals bewusst seien.

Dr. Die­ter Göken, der Part­ner von Jens Held, über­brachte Grüße aus Bre­men und über­reichte zum Jubi­läum eine Bre­mer Stadt­an­sicht. In sei­ner kurz­wei­li­gen Anspra­che ver­wies er auf erstaun­li­che Par­al­le­len im Bau der Fir­men­sitze hin. Die Villa Schütte in Bre­men sei 1914/15 nach Ent­wurf und Plä­nen von Rudolf Alex­an­der Schrö­der errich­tet wor­den. (Schrö­der war ein viel­sei­tig begab­ter Künst­ler und Lite­rat. Er war der Begrün­der der Zeit­schrift »Die Insel«, aus der spä­ter der Insel-Verlag her­vor­ging, in dem van de Velde meh­rere Bücher ver­öf­fent­lichte. 1909 hielt Schrö­der sich län­gere Zeit beim Ehe­paar Meier-Graefe in Paris auf. Der Kunst­kri­ti­ker Julius Meier-Graefe war ein För­de­rer von Henry van de Velde. 1913 grün­dete Schrö­der mit Hugo von Hof­manns­thal und Rudolf Bor­chardt die Bre­mer Presse. Hof­manns­thal war über Harry Graf Kess­ler eben­falls ein guter Bekann­ter von van de Velde gewor­den. Hier sind dem Anschein nach noch mehr Quer­ver­bin­dun­gen zu entdecken.)

Pro­fes­sor Chris­tian von Borczy­kow­ski, der Vor­sit­zende der Van-de-Velde-Gesellschaft, gab einen kur­zen Bild­vor­trag zu den Wohn­häu­sern von Henry van de Velde. Am Ende zeigte er Regale aus der Innen­ein­rich­tung des Hau­ses La Nou­velle Mai­son in Ter­vu­ren und zog die Ver­bin­dung zu Rega­len eines bekann­ten schwe­di­schen Möbel­pro­du­zen­ten. Beide ver­wen­de­ten ein­heit­li­che Gestal­tungs­prin­zi­pien. Man müsse über diese Regale und über Henry van de Velde hin­aus­ge­hen, meinte der Pro­fes­sor, und zeigte im Anschluss einige Eigen­bau­ver­su­che der Van-de-Velde-Gesellschaft.
Im Anschluss an Gruß­worte und Vor­träge folg­ten geführte Rund­gänge durch die Villa Koer­ner. Wir möch­ten in einer Foto­reihe einen Ein­druck von die­sem Bau­werk vermitteln.

Kom­men­tar

Den denk­mal­be­wuss­ten Eigen­tü­mern muss für Ihr Enga­ge­ment gedankt wer­den. Es gelang ihnen, was in Deutsch­land noch allzu sel­ten ist, das Gebäude zu bewah­ren und zugleich auf zeit­ge­mäße Weise zu nut­zen.
Die Chem­nit­zer Bür­ger­meis­te­rin Petra Wes­se­ler hob nicht ohne Grund die euro­päi­sche Bedeu­tung der Villa Koer­ner her­vor. Wenn es in Chem­nitz ein Bau­werk gibt, dass den moder­nen Geist der 1920er Jahre vor­weg­nimmt, dann ist es die Villa Koer­ner.
Im Schick­sal ihres Archi­tek­ten Henry van de Velde spie­gelt und bricht sich euro­päi­sche Geschichte. Um 1900 wurde er zu einem Weg­be­glei­ter sei­nes För­de­rers und Mäzens Harry Graf Kess­ler, der Wei­mar wie­der zu einem Ort euro­päi­schen Kunst-, Musik und Lite­ra­tur machen wollte. Doch die Groß­her­zog­li­che Fami­lie war, wie ihre Ver­wand­ten in Dres­den und Ber­lin, den Anfor­de­run­gen der Zeit nicht mehr gewach­sen. Nach der Ver­trei­bung Kess­lers aus Wei­mar wurde auch die Posi­tion van de Vel­des unsi­cher. 1914 reichte er sei­nen Rück­tritt als Direk­tor der Hoch­schule für Bil­dende Kunst ein. Nach Kriegs­aus­bruch wurde er zum »feind­li­chen Aus­län­der« erklärt und musste sich täg­lich mehr­fach bei der Poli­zei mel­den.
Van de Velde, der Grün­der­va­ter von Deut­schem Werk­bund und Bau­haus, emp­fahl Wal­ter Gro­pius als sei­nen Nach­fol­ger in Wei­mar, und kam auch in den 1920er Jah­ren noch ein­mal nach Wei­mar, um den Bau­häus­lern bei­zu­ste­hen.
Das Werk van de Vel­des ist kaum zu über­bli­cken. Am 11. Sep­tem­ber wurde in der Villa Esche der Band II des auf sechs Bände ange­leg­ten Werk­ver­zeich­nis­ses van de Vel­des vor­ge­stellt. Nach Ver­öf­fent­li­chung von Band VI wird man die Dimen­sion lang­sam erah­nen kön­nen. Den­noch, oder viel­leicht gerade des­halb, kommt es immer wie­der zu Miss­ver­ständ­nis­sen. Da gibt es den Vor­wurf, dass das Ansin­nen eines Gesamt­kunst­wer­kes »tota­li­tär« gewe­sen sei. Hier wer­den ver­schie­dene Aspekte durch­ein­an­der gebracht. Wal­ter Ben­ja­min hatte schon vor 100 Jah­ren beschrie­ben, wie im moder­nen Kapi­ta­lis­mus Poli­tik ästhe­ti­siert und die Ästhe­tik poli­ti­siert wird. Henry van de Velde ist nicht mit einer PR-Agentur zu ver­wech­seln, die in Sachen poli­ti­scher Iko­no­gra­phie tätig ist.
Einer der Red­ner glaubte bemer­ken zu müs­sen, dass Henry van de Velde »keine Ahnung von Sta­tik« gehabt habe. Die Lacher aus der Ecke der Archi­tek­ten deu­te­ten an, dass man die Bemer­kung als Trost auf­nahm, ange­sichts des all­mäch­ti­gen Über­va­ters.
Im Jahre 2001 erschien im Chem­nit­zer Ver­lag eine Marianne-Brandt-Biographie (Hans Brockhage/ Rein­hold Lind­ner: »Mari­anne Brandt. Hab ich je an Kunst gedacht.« In einem Vor­wort beschreibt der ita­lie­ni­sche Desi­gner Alberto Alessi, dass er Pro­dukte von Mari­anne Brandt auf­grund eines ein­zi­gen Sat­zes in sein Pro­gramm auf­nahm. Mari­anne Brandt habe in ihrem »Brief an die junge Gene­ra­tion« (1972) über ihre Zeit am Bau­haus geschrie­ben »Damals war ich der Ansicht, ein Objekt müsse so funk­tio­nell wie mög­lich sein und schön gemäß den Erfor­der­nis­sen sei­nes Mate­ri­als. Erst viel spä­ter gelangte ich zu der Über­zeu­gung, dass die Per­sön­lich­keit des Künst­lers eine aus­schlag­ge­bende Rolle spielt.«
Mari­anne Brandt hat, wie auch Gunda Stöl­zel, das Bau­haus ver­las­sen und einen Neu­an­fang gewagt. Die »erfolg­rei­chen« Bauhaus-Männer wan­der­ten dage­gen zum gro­ßen Teil in die USA aus und führ­ten den Funk­tio­na­lis­mus bis ins Extrem, Alessi nennt ihn den »Hyper­funk­tio­na­lis­mus unse­rer Kon­sum­kul­tur«, wei­ter. Die phi­lo­so­phi­sche Grund­lage für Wal­ter Gro­pius und seine Kol­le­gen waren die empi­ris­ti­sche Logik des Wie­ner Krei­ses und die Phä­no­me­no­lo­gie Edmund Hus­serls. Ver­nunft wurde letzt­lich auf Mathe­ma­tik redu­ziert. Auf die­ser Grund­lage wollte man die Erschei­nun­gen »phä­no­me­no­lo­gisch« auf ihr Wesen redu­zie­ren.
Henry van de Velde aber ist mit sei­nen Nach­fol­gern nicht zu ver­wech­seln. Sein Inter­esse für Fried­rich Nietz­sche teilt er mit Harry Graf Kess­ler und vie­len Gene­ra­ti­ons­ge­nos­sen. Nietz­sche war für sie der Stich­wort­ge­ber für den Wil­len zu einem kul­tu­rel­len Neu­an­fang. Zugleich begriff van de Velde im Geiste des Roman­ti­kers Nietz­sche, die Natur als ein Lebe­we­sen, als ein orga­ni­sches Sys­tem, als orga­ni­sche Ver­nunft. Hier fin­den wir auch den Grund des­sen, was wir »Gesamt­kunst­werk« nen­nen. Wir neh­men unsere Umwelt nicht nur mit dem Kopf war, son­dern mit allen Sin­nen, mit unse­rem gan­zen Kör­per. Johann Gott­fried Her­der ver­tei­digte um 1800 diese phi­lo­so­phi­sche Tra­dion gegen den Kan­ti­schen Reduk­tio­nis­mus. Weil wir die Wirk­lich­keit mit dem gan­zen Kör­per wahr­neh­men, sind unsere inne­ren Bil­der, so Her­der, in der Regel auch Ganze. Und, wir kon­stru­ie­ren gern ein Gan­zes, in der Geschichte, in der Lite­ra­tur u.a. Auch in der Archi­tek­tur ist der Grund für die Sehn­sucht nach ganz­heit­li­chen Kon­struk­ten in unse­rer Wahr­neh­munsg­weise zu suchen. Der innere Zusam­men­hang unse­rer Sin­nes­wahr­neh­mun­gen ist übri­gens in Ver­stand und Spra­che zu fin­den. Für die Ein­heit von Sin­nen und Ver­stand gibt es kei­nen bes­se­ren Begriff als den der Seele. Die Spra­che ist wie­derum das Wesen der Seele. Die größte Leis­tung Henry van de Vel­des war viel­leicht, dass er auf Grund­lage der Tra­di­tion die Spra­che der Archi­tek­tur erneu­erte.

Autor: Johan­nes Eichen­thal

GPP vor Ort

13. Mai 2012
Villa Körner in Chemnitz

Sächsisches Mozartfest — Chemnitzer Villen Konzert

Unsere Niederlassung in Chemnitz war Gastgeber für ein Kammerkonzert der Städtischen Musikschule Chemnitz. Hochbegabte Schüler der studienvorbereitenden Abteilung der Musikschule musizierten vor ca. 70 Gästen, u. a. von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, in der besonderen Atmosphäre von drei Chemnitzer Villen. Das Sächsische Mozartfest hat sich seit nunmehr 20 Jahren im Städtedreieck Chemnitz-Leipzig-Dresden mit einem hochwertigen künstlerischen Programm einen Namen gemacht. Der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Chemnitz als Veranstalterin des Mozartfestes liegt dabei neben der Bewahrung von Kulturgut und Tradition die Jugend- und Nachwuchsförderung besonders am Herzen.

Die Resonanz auf das Sächsische Mozartfest 2012 mit fast 17.000 Besuchern hat alle Erwartungen übertroffen. Für das Villen-Konzert im Mai 2013 liegen bereits die ersten Anmeldungen vor. Künftig sollen auch im Rahmen der Salzburger Mozartwoche Villen-Konzerte nach Chemnitzer Vorbild stattfinden.

24.- 26. April 2012 in Berlin

16. Euroforum Jahrestagung Stadtwerke 2012

Im Rahmen der parallel stattfindenden Jahrestagungen "Stadtwerke 2012", "Wasser- und Abwasserwirtschaft", "ÖPNV" und "Abfallwirtschaft" vom 24. bis 26. April 2012 im Intercontinental Hotel Berlin war GPP mit einem Ausstellerstand vertreten. Hier konnten neben dem Austausch neuester Brancheninformationen interessante Gespräche geführt werden. Branchenkenner erhielten hier einen Überblick über das Know-how und Beratungsangebot der GPP-Gruppe.

GPP in Szene

GPP und ihre Mitarbeiter

15. Februar 2013

Einweihungsfeier in der "Villa Schütte" in Bremen

Am 15. Februar 2013 hatten wir die große Freude, mit unseren Mandanten die Einweihung unseres neuen Firmensitzes in der Villa Schütte, Schwachhauser Heerstr. 67, zu feiern.

Unter der Moderation von Jörg Wontorra wurde bei einem musikalischen Rahmenprogramm von der Bremer Musical Company und dem Bremer Kaffeehaus-Orchester zünftig "Bremisch gefeiert". Highlight der Veranstaltung waren unter anderem ein Interview mit Bremens Bürgermeister a.D. Henning Scherf und dem ehemaligen Vorsitzenden des Vorstandes bzw. der Geschäftsführung von Werder Bremen, Jürgen L. Born sowie der Vortrag zur Geschichte der denkmalgeschützten Villa durch den Landeskonservator und Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege Bremen, Prof. Dr. Georg Skalecki. Ganz traditionell gesegnet wurde die Villa im Rahmen der Feier durch den Propst Herrn Dr. Martin Schomaker.

Sehr zur Freude von Bürgerparkdirektor Tim Großmann wurden die Gäste im Rahmen der Einladung gebeten, anstelle freundlich zugedachter Geschenke zur Einweihung dem Bürgerparkverein Bremen eine Spende zukommen zu lassen.

Wir haben mit unseren Gästen einen unvergesslichen Tag verlebt und bedanken uns bei allen recht herzlich für das zahlreiche Erscheinen!